Unsere Zahl des Monats Ausgabe 63
Wissens-Werte aus der Bäckerbranche.
Steigende Investitionsanforderungen im Bäckerhandwerk
Rund 500 Millionen Euro investieren die Betriebe des Bäckerhandwerks jährlich in Maschinen, Anlagen, Einrichtungen sowie in den Fuhrpark. Dies entspricht einer Investitionsquote von etwa drei Prozent des Umsatzes. Dabei handelt es sich lediglich um eine Annäherung; der tatsächliche Investitionsumfang dürfte höher liegen. Immobilien werden häufig außerhalb der backenden Betriebe geführt und sind in diesen Zahlen nicht vollständig berücksichtigt.
Insbesondere größere Betriebe weisen regelmäßig höhere Investitionsquoten auf. Unternehmen auf einem nachhaltigen Wachstumspfad erreichen Werte zwischen fünf und über acht Prozent. Auch die Branchenscores der Sparkassen zeigen durchschnittliche Investitionsquoten von über vier Prozent. Ein Blick auf die vergangenen zehn Jahre verdeutlicht zudem, dass in den Jahren 2018 bis 2020 im Durchschnitt stärker investiert wurde als in den letzten Jahren.
Trends, Treiber und Finanzierungsperspektiven
Der Investitionsbedarf wird künftig weiter steigen. Treiber sind unter anderem zunehmende CO₂-Preise, steigende Anforderungen an energieeffiziente und klimaschonende Produktionsverfahren, der anhaltende Personalmangel, die fortschreitende Digitalisierung sowie weitere technologische Innovationen. Diese Entwicklungen führen perspektivisch zu einer steigenden Kapitalintensität der Produktion. Ein möglicher Investitionsstau würde den zukünftigen Finanzierungsbedarf zusätzlich erhöhen.
Zur Abschätzung des künftigen Investitionsbedarfs eignen sich mehrere betriebswirtschaftliche Kennzahlen. Grundsätzlich sollte das Anlagevermögen im Zeitverlauf proportional zum Umsatz wachsen. Laufende Abschreibungen sind durch Neu- und Ersatzinvestitionen mindestens zu kompensieren, idealerweise zu übertreffen. Bei einer durchschnittlichen steuerlichen Nutzungsdauer des Anlagevermögens von sieben Jahren sollte der Bestand des Anlagevermögens rechnerisch etwa dem Siebenfachen der jährlichen Abschreibungen entsprechen. Die genannten Branchenwerte können dabei als Orientierungsgröße dienen.
Investitionen erfordern regelmäßig eine Finanzierung durch Banken oder andere Kapitalgeber. Nach dem inflationären Schub in den Jahren 2022 und 2023 ist das Zinsniveau wieder zurückgegangen und zeigt aktuell eine stabile Tendenz. Für die Finanzierungskosten sind jedoch nicht allein Zinssatz und Bonität entscheidend. Zunehmend gewinnen Nachhaltigkeitskriterien an Bedeutung. Banken müssen ihr eigenes Rating durch die Bewertung der vergebenen Darlehen untermauern. Auch europäische Regulierungen haben daran grundlegend nichts geändert; vielmehr wurden die Bewertungssysteme in den vergangenen Jahren weiter verfeinert und finden nun verstärkt Anwendung. Die Finanzierungskonditionen hängen daher zunehmend davon ab, wie die betrieblichen Kennzahlen im Vergleich zu den jeweiligen Branchenscores im Bereich Nachhaltigkeit abschneiden.
Unabhängig davon bleiben eine klare strategische Ausrichtung und eine plausible, integrierte Unternehmensplanung die zentrale Grundlage jeder erfolgreichen Finanzierungsverhandlung. Umfang und Tiefe der Planung hängen dabei vom geplanten Investitionsvolumen ab. Bei der Weiterentwicklung Ihrer Unternehmensstrategie sowie bei der Erstellung einer integrierten Planung unterstützen wir Sie gern.
Bei Fragen unterstützen wir Sie – sprechen Sie uns gerne an.
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Kluge Köpfe hinter den Zahlen
Wissens-Werte aus der Bäckerbranche.
Oliver
Vogt
- Ausbildung zum Industriekaufmann und anschließendes Studium in Augsburg
- Tätigkeit bei Unilever
- Seit 2002 geschäftsführender Gesellschafter
- Begleitung von Unternehmen im Rahmen ganzheitlicher Unternehmensanalysen – insbesondere im Bereich der Restrukturierung und Sanierung
- Erarbeitung und Implementierung von unternehmensindividuellen Strategien
- Coaching von Familienunternehmen im Rahmen der Nachfolgeplanung
- Ganzheitliche Begleitung von Transaktionen für den Mittelstand
- Aufbau und Implementierung von Planungsrechnungen sowie Controllinginstrumenten
- Installation und Begleitung von Benchmarking Workshops
- Coach bei der KfW-Bank im Bereich Turn Around Beratung
Stephan
Hachmeyer
- Ausbildung zum Industriekaufmann und anschließendes Studium der Wirtschaftswissenschaften in Paderborn
- Langjährige Tätigkeit bei PwC
- Bestellung zum Steuerberater 2010 / zum Wirtschaftsprüfer 2014
- Seit 2021 Geschäftsführer
- Erstellung, Beratung und Prüfung von Nachhaltigkeitsinformationen
- Prüfung und Beratung von mittelständischer Industrieunternehmen und Handwerksbetriebe
- Rechnungslegung von Jahres- und Konzernabschlüssen nach HGB und IFRS
- Prüfung der IT-Systeme bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (Projektbegleitende bzw. Ordnungsmäßigkeit und Sicherheitsanforderungen)
- Betriebswirtschaftliche Prüfungen (ISAE 3000 / ISRS 4400)





